Aktuelles

Fakten Freitag Nr. 3

Heute: Saprobienindex (System)

Aus dem altgriechsichen: sapros = faul, bios = Leben, systema = Gebilde. Hierbei handelt es sich um ein Bewertungssystem zur Ermittlung der biologischen Wasserqualität von Fließgewässern und ihrer Einordnung in Gewässergüteklassen. Auch anwendbar für Belebtschlamm auf Kläranlagen.

In Fließgewässern und im Belebtschlamm entwickeln sich je nach Sauerstoffversorgung und Belastung mit biologisch abbaubaren organischen Inhaltsstoffen eine adaptierte Gemeinschaft von Kleinstlebewesen. Die Einzeller und niederen Organismen im Sediment der Fließgewässer und in den Belebtschlämmen spiegeln in ihrer Artzusammensetzung die aktuelle natürliche Reinigungsleistung in Fließgewässern und in Belebtschlammbecken wider.

In Kenntnis der saprobiellen Varianz der im Belebtschlamm nachgewiesenen Organismen, ist es möglich, die aktuelle Reinigungsleistung des Belebtschlammes abzuschätzen und empirisch Ablaufwerte für den BSB5 und den Ammoniumstickstoff zu prognostizieren.

Fakten Freitag Nr. 2

Heute: Rupelton (Septarienton)

Ein besonders in der Norddeutschen Tiefebene verbreitetes toniges Sediment, in das „Mergelstein-Konkretionen“ eingelagert sind. Abgelagert wurde dieses Sediment während der letzen paläogenen Meerestransgression im Unteroligozän (Rupelium) vor ca. 30 Mio. Jahren.

Relevanz für das Grundwasser: In M-V spielt der Rupelton eine große Rolle bei der Binnenversalzung. Die Tonschicht bildet eine natürliche Grenze zwischen tiefen salzwasserführenden Schichten aus dem Mesozoikum (von vor 251 Mio. Jahre bis 66 Mio. Jahre) und den darüberliegenden Süßwasservorkommen. Südwestlich einer Linie Rerik-Güstrow-Altentreptow-Pasewalk fehlt der Rupelton, wodurch teilweise Salzwasser bis an die Oberfläche aufsteigt. Aus diesem Grund wird es vermieden, den Rupelton beim erschließen neuer Grundwasserbrunnen zu durchbohren.

Übersichtskarte der landesweiten Verbreitung des Rupeltons (aus: „Trinkwasserversorgungskonzeption des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Teil 1: Statusbericht.“)

Fakten Freitag Nr. 1

Heute: Versinterung

Sinter : Mineralische Ausscheidungen an Quellaustritten, die sich durch Entweichen von CO2, Änderungen von Druck und Temperatur oder durch Mitwirkung von Pflanzen bildet. (Geologisches Wörterbuch; 12. Auflage; S. 153)

Versinterung von Brunnen: bestehen in der Regel aus aus dem Grundwasser ausgefällten Calciumcarbonat. Diese Fällung kann beispielsweise durch Ausgasen von Kohlenstoffdioxid aus dem Grundwasser verursacht werden. Änderungen des pH-Wertes im Grundwasser können ebenfalls zu einer Versinterung des Brunnens führen. Eine Nicht-lineare und turbulente Strömung im Brunnen sorgen einerseits für eine Höhere Absenkung und Andererseits auch eine verstärkte Versinterung (Zeppenfeld 2003).