Mit MS Excel haben wir ein Tool zur hydrobiologischen Analyse der Mikrosaprobien der Fließgewässer entwickelt.

Dieses Tool wurde auf Grundlage der DIN 38410-1:2004-10 „Bestimmung des Saprobienindex in Fließgewässern“ erstellt. Saprobie ist die „Intensität des oxidativen biologischen Abbaus organischer Substanz“. Dieses ist auch die Aufgabe des Belebtschlammes biologischer Kläranlagen jeglicher Bauart.

In Fließgewässern und im Belebtschlamm entwickeln sich je nach Sauerstoffversorgung und Belastung mit biologisch abbaubaren organischen Inhaltsstoffen eine adaptierte Gemeinschaft von Kleinstlebewesen. Die Einzeller und niederen Organismen im Sediment der Fließgewässer und in den Belebtschlämmen spiegeln in ihrer Artzusammensetzung die aktuelle natürliche Reinigungsleistung in Fließgewässern und in Belebtschlammbecken wider.

In Kenntnis der saprobiellen Varianz (Spanne der Umweltbedingungen, in denen ein Organismus existieren kann) der im Belebtschlamm nachgewiesenen Organismen, ist es möglich, die aktuelle Reinigungsleistung des Belebtschlammes abzuschätzen und empirisch Ablaufwerte für den BSB5 und den Ammoniumstickstoff zu prognostizieren.

Auch die Ursachen für sonstige Störungen durch Ablauftrübungen, spezielle fädige Mikroorganismen oder ungünstig strukturierte Belebtschlammflockenkönnen mit dem Mikroskop erkannt werden.

Das Auftreten bestimmter Arten  in Fließgewässern und im Belebtschlamm (auch bestimmte Artenkombinationen) oder das Fehlen gängiger Organismen oder Organismengruppen, liefert wichtige Hinweise auf mögliche Störungen oder Schadstoffeinträge, die dann durch eine gezielte Stoffanalytik bestätigt oder ausgechlossen werden können.

Mit der Anwendung des Mikrosaprobienindex steht ein Werkzeug zur Verfügung, das es ermöglicht mit geringem Aufwand die biologische Gewässergüte von Fließgewässern und den Reinigungsgrad des Abwassers durch den Belebtschlamm von Kläranlagen zu erfassen und numerisch zu beschreiben.