Fakten Freitag Nr. 7

Leitungswasser – Mineralwasser – Tafelwasser

Leitungswasser (Trinkwasser) ist ein naturbelassenes Produkt, welches meist aus Grundwasser und Oberflächenwasser „hergestellt“ wird. Für die Aufbereitung dieses Wassers sind rund 90 Hilfsstoffe und Chemikalien zugelassen. Leitungswasser ist das am häufigstens und strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.

Mineralwasser ist ein Naturprodukt und stammt aus Grundwasser, das vor jeglicher Verunreinigung geschützt ist. Es darf in seiner Zusammensetzung nicht verändert werden und muss am Quellort abgefüllt werden. Die Inhaltsstoffe des Mineralwassers dürfen schwanken und haben weniger strenge Grenzwerte als das Leitungswasser. Mineralwasser benötigt eine Amtliche Anerkennung bevor es in den Verkehr gebracht werden darf.

Tafelwasser ist ein „künstlich“ hergestelltes Erfrischungsgetränk. In der Regel besteht es aus Trinkwasser, das mit weiteren Wässern (Meerwasser, Heilwasser etc.)angereichert wurde. Es darf überall zusammengemischt und abgefüllt werden. Es bedarf keiner amtlichen Anerkennung.

Fakten Freitag Nr. 6

Heute: Nitrifikation

lat. nitrogenium = Stickstoff; lat. facere = machen, tun. Die Nitrifikation ist die Umsetzung von Ammoniak bzw. Ammonium zu Nitrat. Sie wird in natürlichen Gewässern und bei der biologischen Abwasserreinigung von Nitrifikanten durchgeführt. Dieser Prozess findet immer in zwei Schritten statt: 1. Ammoniumoxidation zu Nitrit und 2. Nitritoxidation zu Nitrat.

Bei der Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk spielt die Nitrifikation eine wichtige Rolle, denn neben Eisen und Mangan überschreitet auch Ammonium im Grundwasser häufig den Grenzwert der Trinkwasserverordnung. In den Filtern des Wasserwerks findet der Prozess der Nitrifikation neben der Enteisenung und Entmanganung statt. Für die vollständige Ammoniumoxidation wird relativ viel Sauerstoff benötigt, was die Aufbereitung häufig anspruchsvoll macht. Wichtig ist, dass die Nitrifikation vollständig abgeschlossen wird, da sonst Nitrit als ungewolltes Zwischenprodukt übrig bleibt.

Fakten Freitag Nr. 5

Heute: Weichsel-Glazial (Kaltzeit)

Die letzte Kaltzeit des Känozoischen Eiszeitalters und die damit verbundene Vergletscherung für Nordeuropa und das nordöstliche Mitteleuropa. Sie begann vor ca. 115.000 Jahren und endete vor ca. 11.600 Jahren. Der Eisschild erstreckte sich vom skandinavischen Hochgebirge bis an die schleswig-holsteinische Ostküste, in die Mark Brandenburg und nach Nordrussland.

Rote Linie: Maximale Ausdehnung der Eisrandlage in der Weichselkaltzeit
Gelbe Linie: Maximale Ausdehnung der Eisrandlage der älteren Saalekaltzeit

Die heute genutzten Grundwasservorkommen in Mecklenburg-Vorpommern finden sich fast ausschließlich innerhalb von glazialen Lockergesteinen. Viele Brunnen im Land sind zwischen 30 m und 150 m Tiefe unter Gelände verfiltert. Diese Grundwasserleiter sind zumeist von mächtigen Geschiebemergelschichten überdeckt, diese wurden am Grund des Gletschers abgelagert und bilden Heute einen guten Schutz Einflüsse von „oben“.

Fakten Freitag Nr. 4

Heute: Enteisenung und Entmanganung

Die Entfernung von Eisen und Mangan durch Oxidation zu schwer löslichen Eisen- und Manganverbindungen und die Abtrennung durch Filtration, oder Sedimentation.

Im Grundwasser sind Eisen und Mangan als zweiwertige Ionen gelöst und häufig in grenzwertüberschreitender Konzentration vorhanden. Für die Filtration muss das sauerstofffreie Grundwasser belüftet werden, damit die chemischen und biologischen Oxdationsprozesse ablaufen können. Die durch Oxidationen gebildeten schwerlöslichen Eisen- und Manganverbindungen bleiben im Filterkies haften und die Eisen- und Mangankonzentrationen sollten bei Einhaltung bestimmter Bedingungen (u.a.Sauerstoffgehalt, pH-Wert) im Filtrat unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung liegen.

Fakten Freitag Nr. 3

Heute: Saprobienindex (System)

Aus dem altgriechsichen: sapros = faul, bios = Leben, systema = Gebilde. Hierbei handelt es sich um ein Bewertungssystem zur Ermittlung der biologischen Wasserqualität von Fließgewässern und ihrer Einordnung in Gewässergüteklassen. Auch anwendbar für Belebtschlamm auf Kläranlagen.

In Fließgewässern und im Belebtschlamm entwickeln sich je nach Sauerstoffversorgung und Belastung mit biologisch abbaubaren organischen Inhaltsstoffen eine adaptierte Gemeinschaft von Kleinstlebewesen. Die Einzeller und niederen Organismen im Sediment der Fließgewässer und in den Belebtschlämmen spiegeln in ihrer Artzusammensetzung die aktuelle natürliche Reinigungsleistung in Fließgewässern und in Belebtschlammbecken wider.

In Kenntnis der saprobiellen Varianz der im Belebtschlamm nachgewiesenen Organismen, ist es möglich, die aktuelle Reinigungsleistung des Belebtschlammes abzuschätzen und empirisch Ablaufwerte für den BSB5 und den Ammoniumstickstoff zu prognostizieren.

Fakten Freitag Nr. 2

Heute: Rupelton (Septarienton)

Ein besonders in der Norddeutschen Tiefebene verbreitetes toniges Sediment, in das „Mergelstein-Konkretionen“ eingelagert sind. Abgelagert wurde dieses Sediment während der letzen paläogenen Meerestransgression im Unteroligozän (Rupelium) vor ca. 30 Mio. Jahren.

Relevanz für das Grundwasser: In M-V spielt der Rupelton eine große Rolle bei der Binnenversalzung. Die Tonschicht bildet eine natürliche Grenze zwischen tiefen salzwasserführenden Schichten aus dem Mesozoikum (von vor 251 Mio. Jahre bis 66 Mio. Jahre) und den darüberliegenden Süßwasservorkommen. Südwestlich einer Linie Rerik-Güstrow-Altentreptow-Pasewalk fehlt der Rupelton, wodurch teilweise Salzwasser bis an die Oberfläche aufsteigt. Aus diesem Grund wird es vermieden, den Rupelton beim erschließen neuer Grundwasserbrunnen zu durchbohren.

Übersichtskarte der landesweiten Verbreitung des Rupeltons (aus: „Trinkwasserversorgungskonzeption des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Teil 1: Statusbericht.“)